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Rotationssiebdruck oder digitaler Textildruck? Die Wahl für verschiedene Auflagen

Die Wahl zwischen Rotationssiebdruck und digitalem Textildruck hängt nicht allein von der Meterzahl ab. Auch wiederkehrende Designs, Vorbereitungszeit und -kosten, die Häufigkeit von Designwechseln und die geforderte Qualität zählen. Digitaler Textildruck reduziert die Siebvorbereitung bei häufigen Designwechseln. Rotationssiebdruck kann bei wiederkehrenden Auflagen sinnvoll sein. Die Wirtschaftlichkeitsschwelle muss für die konkrete Produktion berechnet werden.

KI-generierte Illustration: farbiger Stoff auf Walzen einer industriellen Textildruckanlage
Inhalt · 0%Zwei Technologien, zwei Arten der Vorbereitung
  1. Zwei Technologien, zwei Arten der Vorbereitung
  2. Eine Auflage ist mehr als eine Meterzahl
  3. Rapport, Farben und Reproduzierbarkeit
  4. Produktivität und Prozessschritte nach dem Drucken
  5. So treffen Sie die Entscheidung

Zwei Technologien, zwei Arten der Vorbereitung

Beim digitalen Textildruck wird das Motiv von einer Datei aus direkt durch Druckköpfe aufgetragen. Ein Designwechsel erfordert keinen neuen Siebsatz, auch wenn weiterhin Muster, Maschineneinstellungen und Korrekturen an der Datei nötig sein können. Ein Beispiel für ein Gerät dieser Kategorie ist EFI Reggiani COLORS. Zur Auswahl einer Anlage für den digitalen Textildruck gehören auch die Materialvorbereitung und die Fixierung.

Beim Rotationssiebdruck (auch Rotationsfilmdruck genannt) wird das Motiv über zylindrische Siebe auf den Stoff übertragen. Die Perforation der Zylinder entspricht den einzelnen Farben. Ihre Vorbereitung und Einrichtung verursachen Kosten für den Produktionsstart eines bestimmten Designs. EFI Reggiani UNICA ist ein Rotationsdrucker für Gewebe und Maschenware.

Eine Auflage ist mehr als eine Meterzahl

Rüstkosten und Kosten je freigegebenem Meter

Die Rüstkosten umfassen die Arbeiten und Materialien, die für den Produktionsstart eines bestimmten Designs erforderlich sind. Beim Rotationssiebdruck ist die Siebvorbereitung ein wesentlicher Kostenbestandteil. Beim digitalen Textildruck können Kosten für die Dateivorbereitung, einen Probedruck und die Feinabstimmung der Parameter anfallen. Die konkreten Positionen hängen vom Betrieb, der Maschine und den Auftragsanforderungen ab.

Die Kosten je freigegebenem Meter müssen separat berechnet werden. Dazu gehören Stoff und Farbstoffe oder Tinten, Maschinenzeit, Bedienpersonal, Vorbereitung und Veredelung sowie mögliche Verluste beim Erreichen der vereinbarten Qualität. Ein „freigegebener Meter“ bezeichnet hier einen Meter, der die festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt und an den Kunden geliefert werden kann. Die Materialkosten des bedruckten Stoffes allein bilden die Wirtschaftlichkeit nicht vollständig ab.

Bei einer kurzen Auflage können die Rüstkosten einen großen Anteil an den Gesamtkosten des Auftrags ausmachen. Wird ein Design in Folgeaufträgen wiederholt, können die Vorbereitungskosten auf mehr Meter verteilt werden, sofern Zustand der Siebe und unverändertes Design ihre Wiederverwendung erlauben. Ein erneuter Produktionsstart, das Einstellen der Farben und die Konformitätsprüfung müssen weiterhin in die Kosten einfließen. Es gibt keine allgemeingültige Meterzahl, ab der eine Technologie immer günstiger ist.

Designvielfalt und Umrüstzeiten

Ein Produktionslos mit hoher Gesamtmeterzahl kann aus vielen kleinen Aufträgen mit unterschiedlichen Designs, Farben oder Substraten bestehen. Dieser Mix bedeutet weitere Vorbereitungen und Umrüstzeiten, also Änderungen der Maschinenkonfiguration zwischen Aufträgen. Deshalb sollten Sie nicht nur die Gesamtmeterzahl bewerten, sondern auch die Anzahl der Designs, die Länge der einzelnen Abschnitte und die Häufigkeit der Wechsel.

Digitaler Textildruck kann häufige Designwechsel erleichtern, weil dafür kein eigenes Sieb je Design vorbereitet werden muss. Er beseitigt jedoch nicht alle Stillstandszeiten: Der Wechsel des Materials, des Farbprofils, der Auftragsparameter oder des Fixierungsprozesses kann weiterhin Zeit erfordern. Rotationssiebdruck kann zu einem wiederkehrenden Produktionsprogramm passen, wenn die Designs unter ausreichend ähnlichen Bedingungen erneut gedruckt werden.

Rapport, Farben und Reproduzierbarkeit

Der Rapport ist die Strecke, nach der sich ein Motiv auf dem Stoff wiederholt. Bei der Technologiewahl ist zu prüfen, ob der geforderte Rapport auf der jeweiligen Maschine erreicht und stabil reproduziert werden kann. Auch Arbeitsbreite, Stoffeigenschaften und Passergenauigkeit sind relevant, also die Übereinstimmung der Positionen der gedruckten Designelemente zueinander.

Die Anzahl der Farben beeinflusst die Prozessvorbereitung, entscheidet aber allein nicht über die Technologie. Beim Rotationssiebdruck kann jeder Farbe ein eigenes Sieb entsprechen; beim digitalen Textildruck hängt das Ergebnis von der Tintenkonfiguration, den Druckköpfen und dem Farbprofil ab. Bei anspruchsvollen Designs sollten Muster auf dem vorgesehenen Material verglichen werden. Neben dem verfügbaren Farbumfang zählen die Druckgleichmäßigkeit über die Stoffbreite und -länge sowie die Farbtonkonstanz zwischen den Auflagen.

Eine spanische Textildruckerei entschied sich für die digitale EFI Reggiani COLORS aufgrund ihres erweiterten Farbumfangs, der Druckqualität und der Gleichmäßigkeit. Dies ist ein Beispiel für Kriterien, die bei der Maschinenauswahl relevant sein können. Die Wahl erfüllte somit die Anforderungen an das Design. Dieses Beispiel allein legt keine Wirtschaftlichkeitsschwelle fest; dafür sind Auftrags- und Kostendaten des konkreten Betriebs erforderlich.

Produktivität und Prozessschritte nach dem Drucken

Die für eine Maschine angegebene Geschwindigkeit reicht nicht aus, um die Produktivität zweier Prozesse zu vergleichen. Ein Vergleich ist nur bei gleichem Material, gleicher Qualitätsanforderung, Arbeitsbreite und gleichem Farbumfang aussagekräftig. Zusätzlich sind Produktionsstart, Umrüstzeiten, Reinigung und der Anteil der Produktion zu berücksichtigen, der die Qualitätskontrolle besteht. Werte in Metern pro Minute sollten nicht direkt mit Werten in Quadratmetern pro Stunde verglichen werden: Die Einheiten unterscheiden sich, und das tatsächliche Ergebnis hängt auch von der Breite ab.

Nach dem Drucken können die Fixierung des Farbstoffs oder der Tinte und anschließend Auswaschen erforderlich sein. Die genaue Abfolge hängt vom verwendeten Farb- oder Tintensystem, dem Material und den Anforderungen an die Nutzung ab. Sie ergibt sich nicht automatisch daraus, ob digital oder rotativ gedruckt wird. Prüfen Sie vor dem Kauf daher den gesamten Prozess: von der Stoffvorbereitung über den Druck bis zur Fixierung und der erforderlichen Veredelung. Informationen zu Tinten für den digitalen Textildruck helfen, einen Teil dieses Prozesses zu berücksichtigen.

So treffen Sie die Entscheidung

Erfassen Sie Daten aus repräsentativen Aufträgen und berechnen Sie beide Varianten nach derselben Kostendefinition. Berücksichtigen Sie Vorbereitung, Umrüstzeiten, Materialverbrauch, Abfall, Veredelung und Kundenanforderungen. Führen Sie einen Probedruck auf dem vorgesehenen Substrat durch und bewerten Sie ihn anhand vereinbarter Qualitätskriterien.

Stellen Sie für die Maschinenauswahl folgende Daten zusammen:

  • monatliche und jährliche Meterzahlen sowie die typische Größe eines Einzelauftrags;
  • Anzahl der Designs je Auftrag und Häufigkeit ihrer Wiederholung;
  • geforderter Rapport, Stoffbreite und Art der Substrate;
  • Anzahl der Farben, erforderlicher Farbumfang und zulässige Farbtonabweichung zwischen Auflagen;
  • Anforderungen an Gleichmäßigkeit, Passergenauigkeit und Qualität nach der Fixierung;
  • Zeit für Vorbereitung, Umrüstung, Druck und Veredelung;
  • Kostendaten zu Materialien, Abfall und nach der Prüfung freigegebenen Metern.

Erst mit diesen Daten lässt sich die Wirtschaftlichkeitsschwelle für den eigenen Produktionsmix bestimmen. Die Bezeichnungen „kurze“ oder „große Auflage“ reichen nicht aus: Entscheidend ist, wie viele Aufträge tatsächlich dieselben Designs wiederholen und unter welchen Bedingungen sie gedruckt werden.

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